Dachstein West und die glorreichen 7

Von langer Hand geplant fand das diesjährige Hardcore-Wander-Trainingscamp am Dachstein West, Eintritt über den Vorderen Gosausee statt. Um möglichst viel von der Tour zu haben war mit 5 Uhr früh wieder eine zeitige Abfahrt ausgemacht, die sich aufgrund des schnell füllenden Parlplatzes am vorderen Gosausee und Regen am späten Nachmittag bezahlt machen sollte. Nach einem kurzen Einschwung in der ersten Hütte am Gosausee folgte eine schöne Strecke entlang des vorderen Gosausees, eine kleinere Lacke zwischen den Seen und dem Hinteren Gosausee bei dem auch Kühe bis zum Heurigentisch kommen. Nach einer weiteren Erfrischung folgt ein knackiger Aufstieg mit rund 1250HM bis zur Adamekhütte. Eine Hütte, die nur mehr von echten Wanderern erreicht wird und alle paar Wochen über einen Hubschrauber versorgt wird. Nach Zuweisung einer 8er Suite und Kennenlernen des unterhaltsamen Wirtes samt seiner Belegschaft (Frau „Heast“) beschliesst die Gruppe noch schnell vor dem eintreffenden Regen bis zum Gletscherbeginn des Dachsteins vorzudringen, nachdem man auf der Hütte zur Kenntnis nehmen muss, dass ohne Kletterausrüstung nichts geht. Starker Nebel und wenig Sicht erzwingen ebenso eine baldige Rückkehr zur Hütte wie auch der einsetzende Regen. Nach einer Nacht auf der Adamekhütte mit seinem redseligem Wirten und einem reichhaltigen Frühstück empfangen uns Steinböcke am darauf folgendem morgen, die der Wirt mit Salz anlockt. Am Vormittag des zweiten Tages folgt wohl rein optisch der schönste Teil der Route im baumfreien Hochgebirge entlang von Stahlseilen und interessanten Steinblöcken und Steintürmen, die oft in durchziehenden Wolkenfeldern und Licht-Schattenspielen liegen. Die Tour ist ingesamt ohne Kletterausrüstung möglich zu machen. Nach 4,5h folgt die erste Pause in der von Kühen versperrten Hopfbürglhütte. Wir probieren so gut wie überall den in unserer Heimat nicht zu bekommenden Apfelmost aus. Mal ist er spritziger, mal saurer, mal grauslicher. Obwohl sich nun mehrere Hütten nach einander anbieten würden, nehmen wir als nächstes infolge der noch längeren Tagestour erst wieder die Stuhlalm. In dieser Alm hätten wir nachträglich gesehen auch gerne über Nacht bleiben können und wieder einmal in einem urigem Quartier Unterkunft beziehen können. Nachdem allerdings bereits die Gablonzerhütte gebucht war, mussten wir uns nach ca 2h nochmal aufraffen und den Rest des heutigen 20km Tages durchdrücken. Bei der Gablonzerhütte angekommen waren bereits wieder viel mehr Menschen zu sehen, weil diese Hütte auch mit einer Seilbahn und auf Schotterstrasse erreichbar lag. Auf der Gablonzerhütte konnte man nun durchatmen weil jeder wusste das der Grossteil der Tour hinter uns lag. Nach einer erstmals heissen Duschgelegenheit und Bezug einer gemischten 14-er Kammer im Keller durften wir im Laufe des Abends den dortigen Oberkellner aus Nepal kennenlernen. Nachdem man sich ausgiebig darüber erfreut hatte, das Peter Thapa Magar aus Nepal kein „sch“, „st“ und „sp“ aussprechen konnte haben wir nach überzogener Hüttensperrstunde noch eine 7-Tagestour auf einen 7000er in Nepal bei Peter, der auch Treks und Touren am Himalaya in Nepal organisiert, Tel 9851017063, zugesagt. Zu Beginn des Abends hiess es unter anderem noch dass hierfür ein Zeitrahmen von ca 1 Monat notwendig wäre. Ein paar Tourteilnehmer überzeugten Peter allerdings, dass es auch in 7 Tagen ginge. Der Abstieg am dritten Tag der eigentlich nur rund 90 Minuten dauern sollte, zeigte sich infolge schwerer Beine und angeschlagenem Fahrgestell doch mühsam. Am vorderen Gosausee angekommen, entschieden wir uns doch noch einmal eine wunderschöne Seerunde zu machen, die jetzt allerdings bereits stark von Wanderen und Touristen besucht war.

Termin der nächstjährigen Tour ist 7.-9.8.2022. LC Erdpress. Ehre und Stärke.