Steinböcke im Sölktal

2025 führte 8 Steinböcke des LC Erdpress nach St. Nikolai ins Sölktal, nachdem Reiseführer Sub3Flo dort mehrere interessante Hütten mit Schlafmöglichkeiten ausfindig gemacht hatte. Am Sonntag den 10.8., 5 Uhr morgens wurde aufgebrochen, um schon möglichst früh am Parkplatz in St. Nikolai zu stehen und loszulegen. Am ersten Tag stand nur eine kurze Strecke mit rund 10km zur Kaltenbachhütte an. Obwohl es auch einen angenehmen Forstweg bis dort hin gegeben hätte nahmen wir eine Strecke neben dem Forstweg über Wald und Wiesen, die zumindest am Schlußteil etwas herausfordernd gewesen ist. Manche kamen schmutzig wie Arnold Schwarzenegger bei „Predator“ in der Hütte an.
Großmutter Maria bereitete für uns am Abend Steirerkasnocken zu. Abgeschlossen wurde das Abendmahl mit einem tollen Kaiserschmarren. Am Abend gesellten sich noch 4 Feistritzbauern dazu. Angesprochen auf die vorgesehene Etappe vom nächsten Tag meinten alle, dass es sich hier um einen ordentlichen Hatscher handeln würde der kaum zu bewältigen wäre. Abends wurden wir auf 2 Schlafzimmer aufgeteilt.
Nachdem morgens zunächst das Melken der Kühe abgewartet werden musste, bereitete die Bäuerin im Anschluß ein üppiges Frühstück zu. Dann sollte die längste Etappe dieser 3 Tage auf die Rudolf Schober Hütte folgen. Zunächst wurde mit etwa 1000HM und 3-4 Gehstunden die Schafspitze und später das Deneck auf ca 2400M erklommen. Leider befanden wir uns dort oben im relativ dichten Nebel. Ein schöner Ausblick blieb uns leider verwehrt. Laut den vorliegenden Plänen und Meinungen ortskundiger Menschen sollte man eigentlich am selben Weg, den man gekommen war, wieder zurück nach St. Nikolai gehen, um sodann zur Schober Hütte zu gehen. Der Versuch entlang des Kamms oben zu bleiben und nicht zurück zu gehen, scheiterte bereits nach ein paar Hundert Meter mangels Markierungen und dichten Nebel. Dann entschieden wir uns die direkte Luftlinie ins Tal zu nehmen, um nicht den selben Weg noch einmal zurückgehen zu müssen. Hier gab es allerdings keine Wege. Nachdem anfänglich nur Gestein überquert wurde, musste der Grossteil der Strecke im hohen Gras und unregelmäßigen Boden zurückgelegt werden. Eine sehr anstregende Übung, im stark fallenden Gelände, die vor allem die Oberschenkel sehr beanspruchte und dem Material alles abverlangte. Unten angelangt wären dann noch rund 1200HM und geschätzt 5h zur Rudolf-Schober Hütte angestanden. Nachdem es aber bereits nach 15 Uhr gewesen ist und sich bei einem größeren Teil der Mannschaft nicht übersehbare Ermüdungserscheinungen zeigten (das Sprechen wurde schon Stunden zuvor eingestellt) wurde entschieden, den ursprünglichen Plan zu verwerfen und Richtung St. Nikolai zurückzugehen. Nach einem warmen Bierchen in einer Privathütte kam wieder bessere Laune auf und es wurden mehrere Optionen geprüft und schließlich per Handy der Gamsjägerwirt in St. Nikolai um ein Quartier gebeten. Eine nette Gastherberge, die dann letztendlich auch weit mehr Komfort wie eine Alm bietet. Der Wirt verfolgte nach dem Abendessen noch interessiert unsere Geschichten vom Tag und empfahl uns am nächsten Tag noch die Schönwetterhütte aufzusuchen. Bezahlt wurde der gute Mann mit klebrigen Geldscheinen aus ausgeronnenem Gel. Am dritten Tag folgte aufgrund der Strapazen des zweiten Tages tatsächlich nur mehr eine 6km Wanderung auf die Schönwetteralm.

Termin des nächsten Jahres ist 9.-11.8.2026. LC Erdpress. Ehre und Stärke.