Vienna Pride Run 026

LC Erdpress beim Vienna Pride Run in Wien

Während zeitgleich in Deutsch-Wagram ein weiterer Bewerb des Weinviertler Laufcups stattfand, führte mich mein Weg diesmal nach Wien zum Vienna Pride Run.
Die Entscheidung fiel mir alles andere als leicht. Die Laufcup-Serie liegt mir sehr am Herzen und ich hätte gerne an beiden Veranstaltungen teilgenommen. Ausschlaggebend war letztlich meine Rolle als Ambassador des Vienna Night Run. Da dieser Lauf im September den Höhepunkt meiner Ambassador-Saison bildet, wollte ich die Gelegenheit nutzen, meinen aktuellen Leistungsstand über fünf Kilometer unter Wettkampfbedingungen zu testen.
Schon bei der Ankunft im Prater war die besondere Atmosphäre spürbar. Farbenfrohe Outfits, Glitzer, kreative Kostüme und vor allem unglaublich viele freundliche Menschen sorgten für eine einzigartige Stimmung. Der Vienna Pride Run steht für Vielfalt, Akzeptanz und Gemeinschaft – und genau das war während der gesamten Veranstaltung zu spüren.
Für zusätzliche Stimmung sorgten die Moderation und das DJ-Set im Startbereich. Gemeinsam mit den anderen Ambassadoren wurden noch Fotos gemacht, Erfahrungen ausgetauscht und die letzten Minuten vor dem Start genossen. Bereits vor dem Rennen war klar: Hier geht es nicht nur um Zeiten und Platzierungen, sondern vor allem um ein gemeinsames Erlebnis.
Sportlich waren die Bedingungen durchaus herausfordernd. Der Start erfolgte erst um 18 Uhr nach einem bereits langen und warmen Tag. Nach Familienprogramm, Ausflug und Anreise nach Wien merkte ich die Belastung des Tages durchaus. Gleichzeitig bot die flache Strecke entlang der Prater Hauptallee genau jene Voraussetzungen, die ich für schnelle Zeiten liebe.
Aus den Ergebnissen der vergangenen Jahre wusste ich ungefähr, welches Leistungsniveau an der Spitze zu erwarten war. Mein Ziel war eine Zeit unter 25 Minuten und ein erster realistischer Vergleich mit meiner bisherigen persönlichen Bestleistung aus dem Jahr 2014. Deshalb stellte ich mich relativ weit vorne im Starterfeld auf.
Wie so oft startete ich etwas zu schnell, fand aber bald meinen Rhythmus und konnte anschließend eine Pace um 4:30 Minuten pro Kilometer recht konstant halten. Die Stimmung entlang der Strecke und die vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer halfen dabei, das Tempo bis ins Ziel aufrechtzuerhalten.
Die Freude nach dem Zieleinlauf war riesig. Mit einer offiziellen Zeit von 22:24,6 Minuten über fünf Kilometer konnte ich meine bisherige persönliche Bestleistung aus dem Jahr 2014 um mehr als eine Minute verbessern. Gleichzeitig bedeutete das einen Platz in den Top Ten der Frauenwertung.
Besonders stolz macht mich dabei der Blick zurück. Noch vor rund zehn Monaten lief ich nur gelegentlich und ohne strukturiertes Training. Erst seitdem trainiere ich regelmäßig und mit klaren Zielen. Dass sich diese Kontinuität nun in einer neuen persönlichen Bestzeit widerspiegelt, macht diesen Erfolg für mich besonders wertvoll.
So schade es war, den Lauf in Deutsch-Wagram diesmal auszulassen, bin ich sehr froh über meine Entscheidung. Der Vienna Pride Run war sportlich wie menschlich ein besonderes Erlebnis und wird mir vor allem wegen seiner einzigartigen Atmosphäre in Erinnerung bleiben.
Jetzt freue ich mich auf die kommenden Bewerbe des Weinviertler Laufcups, auf die weitere Marathonvorbereitung für den Herbst und natürlich auf den Vienna Night Run im September. Nach diesem Rennen bin ich mehr denn je gespannt, welche Zeit dort noch möglich sein wird.